Eine aktuelle Studie hat aufgedeckt, dass der Betrug bei wissenschaftlichen Veröffentlichungen inzwischen industrielle Ausmaße erreicht hat (Richardson, Hong, Byrne et al. The entities enabling scientific fraud are large, resilient, and growing rapidly). Die Autoren sind organisierte Verbände aus Verkäufern fertiger Fachartikel, Brokern, Editoren und Pseudo Fachjournalen. So werden z. B. auch immer mehr Publikationen von Fachjournals zurückgezogen. Die Zahl der zurück gezogenen Fachpublikation hat sich alle 3,3 Jahre verdoppelt und steigt fast 10 x schneller an, als die der wissenschaftlichen Publikation insgesamt. Auch durch die KI wird es noch schwieriger werden, echte Fakten von Fälschungen zu unterscheiden.
Leider betrifft das nicht nur die Schulmedizin, sondern auch die Hersteller pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel. Das Problem dabei ist, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht der Kontrolle unterliegen und deshalb häufig auch nicht untersucht werden. So ist die Qualität von Nahrungsergänzungsmittel im Vergleich zur registrierten pflanzlichen Arzneimitteln häufig schlechter. In einer aktuellen Untersuchung wurden Präparate mit Passionsblumenkraut von registrierten pflanzlichen Arzneimitteln mit Nahrungsergänzungsmittel verglichen. Das Ergebnis ist sehr ernüchternd. Die Nahrungsergänzungsmittel, selbst von namhaften Hersteller schneiden im Vergleich zu registrierten pflanzlichen Arzneimitteln sehr schlecht ab. (Zeitschift für Phytotherapie 2025; 46: S. 225 bis 233). Wenn man ganz sicher gehen will, bleiben wahrscheinlich dann doch nur registrierte pflanzliche Arzneimittel.
